Die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWAs) gewinnt an Fahrt, aber das Haupthemmnis für eine weit verbreitete Akzeptanz ist nicht die Unklarheit der Regulierung – es ist das Fehlen robuster Sekundärmärkte. Diese Ansicht vertritt Aaron Kaplan, Gründer und Mit-CEO von Prometheum, einer Firma für den Handel und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte.
In einem kürzlichen Interview ging Kaplan auf die Kommentare von Cathie Wood, CEO von ARK Invest, ein, die angemerkt hatte, dass unklare Vorschriften die Tokenisierung von Fonds behindern würden. Kaplan widersprach dieser Vorstellung und erklärte: „Entgegen der weit verbreiteten Meinung liegt das Hindernis nicht in unklarer Regulierung.“ Er betonte, dass bestehende Regelungen wie die besondere Broker-Dealer-Bezeichnung der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) und die Alternative Trading System (ATS) Lizenz bereits klare Wege für die Ausgabe von Blockchain-nativen Fonds bieten, die traditionelle Methoden hinsichtlich der Effizienz übertreffen.
Laut Kaplan liegt das eigentliche Problem jedoch in der begrenzten Infrastruktur für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren. „Diese Vermögenswerte liegen derzeit auf einigen Blockchains, aber es gibt noch keinen vollständig öffentlichen Sekundärmarkt, auf dem institutionelle und private Investoren sie genauso kaufen, verkaufen und handeln können wie traditionelle Wertpapiere“, erklärte er.
Kaplan skizzierte zwei Hauptansätze zur Entwicklung dieser entscheidenden Plattformen:
- Dezentralisierte Finanzsysteme (DeFi): Unternehmen wie Ondo Finance und Securitize bauen Märkte für tokenisierte Wertpapiere auf, die DeFi-Prinzipien nutzen und die Transparenz und Effizienz von Blockchain ausnutzen.
- Integration in bestehende Broker-Plattformen: Traditionelle Brokerfirmen erkunden die Integration von Tokenisierungsprotokollen in ihre bestehenden, bei der SEC registrierten Plattformen, wobei sie sich an die Vorschriften des Wertpapierrechts halten und gleichzeitig ihre Dienstleistungen modernisieren.
Kaplan hob die Wettbewerbslage hervor und stellte fest, dass traditionelle Finanzinstitutionen in eigene Tokenisierungsinitiativen investieren oder Partnerschaften mit Fintech- und Krypto-Unternehmen eingehen, um relevant zu bleiben. „Es geht darum, die nächste Welle von Nutzern in den digitalen Vermögensraum zu bringen“, sagte er. „Die Frage ist dann, wird die Brokerage-Branche in den digitalen Vermögensbereich eintreten oder werden Krypto-Plattformen die nächsten Generation von Märkten für Investoren schaffen, um digitale Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen?“
Prometheum hat sich zum Ziel gesetzt, diese Infrastruktur-Lücke zu schließen, indem es einen vollständigen digitalen Vermögensmarktplatz für Wertpapiere schafft. Das Unternehmen behauptet, dass die auf seiner Plattform gehandelten Wertpapiere von reduzierten Gebühren, schnelleren Abwicklungszeiten und höherer Effizienz profitieren.
Die Nachfrage der Investoren nach „digitalen nativen“ Versionen traditioneller Vermögenswerte wächst. Kaplan stellte fest, dass Investoren nach Zugang zu digitalen Repräsentationen verschiedener Vermögenswerte innerhalb eines einzigen benutzerfreundlichen Ökosystems suchen, um vielfältige finanzielle Ziele zu erreichen.
Der Immobiliensektor ist ein Bereich, in dem die Tokenisierung große Fortschritte macht. Luxus- und Gewerbeimmobilien in Nordamerika werden tokenisiert, und Sekundärmärkte entstehen, um den Handel mit diesen digitalen Aktien zu erleichtern.
Ein Bericht der Boston Consulting Group (BCG) aus dem Jahr 2024 beschrieb die Tokenisierung als einen „game-changing Blockchain Use Case im Finanzwesen“ und hob deren Skalierbarkeit sowie das Potenzial für nahezu sofortige Transaktionen hervor.
