Kanadas Krypto-Politik könnte falsch abgebogen sein — zumindest laut einem der führenden Börsenmanager des Landes.
Stablecoins ≠ Wertpapiere?
Tanim Rasul, COO der kanadischen Krypto-Börse NDAX, kritisierte die Aufsichtsbehörden während einer Podiumsdiskussion am 13. Mai auf der Blockchain Futurist Conference in Toronto.
Er bemängelte Kanadas Entscheidung aus Dezember 2022, Stablecoins als „Wertpapiere und/oder Derivate“ zu klassifizieren, kurz nach dem Zusammenbruch von FTX.
„Schaut euch MiCA an“, forderte Rasul in Anspielung auf den europäischen Markets in Crypto-Assets-Rahmen. „Dort gelten Stablecoins als Zahlungsmittel — und Kanada sollte das auch tun.“
Regulatorische Folgen
Die Canadian Securities Administrators (CSA) bekräftigten diese Klassifizierung in Updates im Jahr 2023 und nannten sie „wertreferenzierte Krypto-Assets“.
Diese Definition hat große Marktteilnehmer verschreckt. Binance, OKX, Bybit, Paxos und Gemini haben sich ganz oder teilweise aus Kanada zurückgezogen.
Trotz der strengeren Regeln wächst die Krypto-Szene im „Great White North“ weiter. Der kanadische Kryptomarkt erwirtschaftete 2024 224 Mio. USD und soll bis 2030 auf 617,5 Mio. USD anwachsen (Grand View Research).
Der Boom der Stablecoins
Warum der ganze Wirbel? Stablecoins — Kryptowährungen, die an Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind — werden zum wichtigsten Nutzungszweck der Branche.
Die Marktkapitalisierung der Stablecoins stieg bis zum 14. Mai auf 242,8 Mrd. USD — ein Plus von über 51 % binnen eines Jahres (DefiLlama).
Weltweit passen sich Regulierer an. Während USA und EU auf zahlungsorientierte Regelwerke setzen, könnte Kanada mit seiner Wertpapier-These allein dastehen.
Bleibt eine Frage: Überdenkt Kanada seine Position, bevor es zu spät ist?
