Vietnam arbeitet an neuen Regeln, um Kryptowährungen ähnlich wie Aktiengeschäfte zu besteuern. Das Finanzministerium schlägt eine Steuer von 0,1 % auf jede Transaktion über lizenzierte Plattformen vor. Ziel ist ein transparentes System, das Handel messbar macht und gleichzeitig klare Erwartungen für Investoren schafft. Obwohl das Land weltweit zu den aktivsten Kryptomärkten gehört, fehlte bisher ein stabiler regulatorischer Rahmen.
Der Entwurf orientiert sich stark am bestehenden Steuermechanismus für Aktienhandel. Behörden wollen digitale Assets als regulierte Anlageklasse behandeln statt als unkontrollierte Experimente. Krypto-Transfers sollen von der Mehrwertsteuer befreit bleiben, um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Dennoch würde die Transaktionssteuer unabhängig davon gelten, ob Anleger Gewinne oder Verluste erzielen.
Unternehmen müssten sich auf strengere steuerliche Regeln einstellen. Institutionelle Investoren würden eine Körperschaftssteuer von 20 % auf ihre Nettogewinne zahlen. Dieses Modell entspricht traditionellen Geschäftssteuern und soll größere Marktteilnehmer stärker in die Verantwortung nehmen. Firmen benötigen detaillierte Buchhaltung, um Kosten, Gebühren und Anschaffungspreise korrekt abzuziehen.
Auch die Anforderungen an Börsen könnten hoch ausfallen. Plattformen benötigen ein Mindestkapital von 10 Billionen Dong, um eine Lizenz zu erhalten. Diese Schwelle liegt über vielen Bankanforderungen und zeigt die vorsichtige Haltung der Behörden. Ausländische Investoren dürfen beteiligt sein, jedoch nur bis zu 49 %, um nationale Kontrolle über zentrale Infrastruktur zu sichern.
