ODDO BHF startet EUROD — Europas Antwort auf US-Stablecoins

Die französisch-deutsche Bankengruppe ODDO BHF hat ihren eigenen euro-gestützten Stablecoin EUROD gestartet — vollständig konform mit der EU-Verordnung MiCA.

Flowdesk übernimmt das Liquiditätsmanagement, während Fireblocks die Tokenisierung liefert. Der stellvertretende COO Guy de Leusse erklärte: „Europa braucht eine eigene Alternative zu den US-Dollar-Stablecoins wie USDT und USDC.“

(Stablecoin: Eine Kryptowährung, die an eine reale Währung wie den Euro oder Dollar gebunden ist.)

Europas digitale Souveränität

EUROD wird zunächst auf der spanischen Börse Bit2Me gelistet. Der Schritt zeigt, dass Europa seine finanzielle Unabhängigkeit im digitalen Raum zurückerobern will.

ODDO BHF entstand 2016 aus der Fusion der französischen ODDO Bank (1849) und der deutschen BHF-Bank (1854). Das Institut ist in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Tunesien aktiv — und jetzt auch auf der Blockchain.

Der Stablecoin-Markt im Wandel

Laut DefiLlama dominieren Tether (USDT) und Circle (USDC) über 80 % des globalen Stablecoin-Marktes im Wert von 306 Milliarden Dollar. Doch neue eurobasierte Alternativen entstehen: EUR CoinVertible (SG-Forge) und EURAU (DWS, Galaxy, Flow Traders) führen den Trend an.

Neun weitere europäische Banken planen bis 2026 ähnliche Projekte.

Rückenwind durch Regulierung

Nach dem US-Gesetz GENIUS Act nimmt der europäische Stablecoin-Sektor Fahrt auf. Christine Lagarde warnte vor unregulierten ausländischen Stablecoins, die Euro-Liquidität abziehen könnten.

Pierre Gramegna vom Europäischen Stabilitätsmechanismus forderte: „Europa sollte die Einführung eigener Euro-Stablecoins fördern.“

Der digitale Euro befindet sich weiterhin in der Planungsphase und wird voraussichtlich erst nach 2029 starten.